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Oh du fröhliche…

…Weihnachtszeit. Dieses und viele andere Lieder erklingen derzeit aus den Lautsprechern in Deutschland und auf der ganzen Welt. Die meisten Leute sind in Weihnachtsstimmung und vergessen alle Sorgen.
Auch ich verfalle hin und wieder in diesen Trott. Dennoch möchte ich diesen Beitrag nutzen, um meine Leser zum nachdenken anzuregen.

Wie bereits im letzten Jahr ist dieser Beitrag ein Teil der Blogparade „Weihnachtsschmiede“ und ich bilde in diesem Jahr den Abschluss. Aber bei mir gibt es heute keine Rezepte oder Freebies. Nein, es gibt heute nur Text.

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende und was waren das nicht für Tage. Dieses Jahr hat viele Ereignisse mit sich gebracht. Sei es der FIFA-Skandal, der Steuerskandal, die VW-Kriese oder, ganz klar, die hohe Anzahl von Flüchtlingen.
Leider gab es in diesem Jahr auch wieder viele Menschen, die es nicht einsehen, das Menschen, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen um Schutz zu suchen, Hilfe brauchen. Die Rede ist von der PEGIDA Bewegung und der Tatsache, das rechtes Gedankengut wieder Salonfähig geworden ist. Obdachlose sind auch einmal wichtig und werden instrumentalisiert. Doch da möchte ich nachhaken: Wo waren die ganzen Mitläufer der PEGIDA Bewegung die ganzen letzten Jahre? Wo war der Aufschrei, als Hartz IV eingeführt wurde? Wo war der Aufschrei der bei Zerstörung der staatlichen Rente? Wo war der Aufschrei beim Steuerskandal? Nein, die Wut und die Angst wird an Menschen ausgelassen, die teilweise tausende Kilometer zu Fuß laufen oder alles verkaufen, um sich ein „Ticket“ bei eine Schleußer zu kaufen.
Ich möchte auch die Mitläufer der AfD fragen, die sich ja so vehement gegen Flüchtlinge stellen, wie oft sie schon die Zeitschrift „Die Brücke“ gekauft haben. Für alle, die damit nichts anfangen können, „Die Brücke“ ist eine Zeitschrift von Obdachlosen, welche in Erfurt auf offenen Straße verkauft wird.
Ich komme ja auch aus Erfurt und ich empfinde es als eine Schande, wie aktuell meine Heimatstadt in den bundesweiten Nachrichten teilweise negativ dargestellt wird, nur weil einige Menschen denken, auf dem Domplatz ihr rechts Gedankengut teilen zu müssen.
Oh, ich höre die „Gutmensch“-Schreie bis hieher. Denen sei gesagt, ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was im diesen Lande passiert. Aber ich bin strikt dagegen, dies auf dem Rücken von den Ärmsten der Armen geschehen zu lassen!

Zu diesem Thema könnte ich wahrscheinlich einen eigenen Beitrag verfassen, aber ich wollte ja da ganze Jahr ein wenig resümieren :)

Was mir auch stark in Erinnerung geblieben ist war der Bahnstreik, der über Wochen ging. Und ja, ich war auch jahrelang Bahnfahrer, bis ich dieses Jahr auf ein Auto umgestiegen bin. Dennoch konnte ich die Wut der Bahnkunden verstehen – aber ich verstehe auch Claus Weselsky. Nein, ich kann es nicht tolerieren, wenn wütende Bahnkunden auf Lokführer und Zugbegleiter schimpfen, die jeden Tag hunderte Kilometer Zug fahren und dies uns Fahrgästen so angenehm wie möglich machen wollen. Nein, ich kann auch nicht verstehen, wenn es Menschen gibt, die immer auf ihr eigenen Recht gemäß des Grundgesetzes pochen, aber wenn andere dieses Recht für sich nehmen (in dem Fall das Recht auf Streik / GG Art. 9), das Grundgesetz am liebsten vergessen würden. Auch hier frage ich mich, wo ist eigentlich das Verständnis für Menschen, die keinen anderen Weg mehr sehen, als sich zu verteidigen?

Allgemein fragte ich mich in diesem Jahr zu oft, warum in unserem Lande so viele Menschen nur auf ihr eigenen Wohl bedacht sind und anderen Menschen egal sind.

Ich möchte euch für das neue Jahr 2016 auf dem Weg geben, das wir ein Sozialstaat sind. Das für die Probleme, die in diesem Land herrschen, nicht die Menschen verantwortlich sind, die streiken oder flüchten. Das für die Probleme die Politik verantwortlich ist und das, wenn man mit der Politik nicht zufrieden ist, man zur Wahl gehen sollte! (Ja, die niedrige Wahlbeteiligung ist ein Desaster, aber am schlimmsten sind Menschen, die nicht wählen gehen, aber sich dann über die Politik beschweren.).

Ich wünsche euch ein paar besinnliche Festtage, denkt ein wenig nächstes Jahr an alle eure Menschen um euch und besinnt auch auf die Menschlichkeit.

Und bevor mir jemand sagt, das ich hier für irgendeine Religion spreche, ich bin Atheist und werde das auch immer bleiben. Für Menschlichkeit brauche ich keine Religion.

In diesem Sinne,

Frohes Fest und einen guten Rutsch!

Alexander

 

Hier findest du alle anderen Beiträge aus der Weihnachtsschmiede:

 

 

Titelbild: https://unsplash.com/photos/OrgLz7cjFIc

Veröffentlicht von

Alexander Grüßung

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